20. Mai 2006:
Zentrum für Bildende Kunst "De Appel" in Amsterdam (NL)
Im Herzen der Amsterdamer Altstadt im engen Grachtengürtel - auf halbem Wege zwischen Reichsmuseum und Königlichem Palast, liegt "De Appel" - Zentrum für Bildende Kunst. Es ist kein Museum mit eigener Sammlung, sondern eine Kunsthalle zur Präsentation von junger Kunst. Es ist offen für experimentelle und spartenübergreifende Projekte, Installationen und Innovationen. Regelmäßig werden dort auch internationale Workshops für die Fortbildung junger Kunsthistoriker zu Ausstellungskuratoren angeboten. Sechs dieser jungen Kuratoren präsentieren nun gemeinsam eine Ausstellung unter dem Titel "Mercury in Retrograde", zu der sie 14 internationale junge Künstlerinnen und Künstler eingeladen haben. Das Thema der Ausstellung ist die unterschiedliche Wahrnehmung von Zeit, ist die Verflechtung von Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft, wobei auch die Geschichte des Hauses selbst eine Rolle spielt.
26. August 2006:
MUDAM, Museum für moderne Kunst in Luxemburg
Am 2. Juli 2006 wurde das MUDAM, das Musée d'Art Moderne Grand Duc Jean in Luxemburg eröffnet. Es ist bisher das erste und einzige Museum für Gegenwartskunst im Großherzogtum. 1999 war Baubeginn mit einem Budget von 88 Millionen Euro. Das ehrgeizige Projekt ist Teil der Bemühungen, die kulturelle Infrastruktur Luxemburgs bis zum Jahr 2007, in dem es zusammen mit dem rumänischen Sibui den Titel Kulturhauptstadt Europas trägt, auszubauen.Formal nimmt das Museuumsgebäude Bezug auf das alte Fort Thüngen, gelegen zwischen Altstadt und dem Kirchbergplateau, und folgt im Grundriss seinen alten Festungsmauern. Als Archtiekt wurde der amerikansiche Starachritekt Ieoh Ming Pei gewonnen. Als gebürtiger Chinese kam er 1935 zum Studium in die USA und lernte u. a. bei Gropius und Breuer. Der Umbau des Louvre mit seiner Glaspyramide und der Erweiterungsbau des deutschen Historischen Museums in Berlin sind ebenso von seiner Hand wie der Ostflügel der National Gallery in Washington, die Bibliothek von Boston, die Dallas City, die Gateway Towers in Singapur oder die Bank of China in Hong Kong.
Obwohl gerade erst eröffnet, wurde die Sammlung des Hauses bereits seit 10 Jahren aufgebaut. Sie umfasst heute ca. 230 Arbeiten von 100 internationalen Gegenwartskünstlerinnen und -künstlern, wobei großer Wert auf die Präsenz und den Dialog aller aktuellen Kunstformen wie Malerei, Grafik, Skulptur, Installation, Fotografie, Video, Multimedia, Design und Architektur gelegt wird. Neben dem Sammlungs- und Wechselausstellungsbereich gibt es auch ein Auditorium, ein Café und einen Museumsshop.
Die Eröffnungsausstellung "Eldorado" mit Arbeiten von 60 internationalen Künstlerinnen und Künstlern nimmt starken Bezug auf das Sammlungskonzept und die Architektur des Hauses und bezieht alle Sparten von der Malerei über Video und Fotografie bis zur Installation mit ein.
(Reinhard Hellrung)
Eigenwillig und besonders empfehlenswert: die Website www.mudam.lu