Tagesfahrt zum Museumspark Rotterdam

27. April 1994

Die seit Jahres überaus beliebten Erkundungen aktueller Museumsarchitektur setzte der Kunstverein Gelsenkirchen am 27. April mit einer Fahrt zum Museumspark Rotterdam fort. Vorsitzender Ulrich Daduna begrüßte 22 Teilnehmer, unter ihnen Repräsentanten und Mitglieder von Architekturvereinigungen, sodass sich eine interessante Begegnung zwischen bildender Kunst und Gegenwartsarchitektur im Dienst kultureller Funktionen ergab.

Drei Schwerpunkte standen im Programm: das Museum Boymans-Van Beunigen, die 1992 erbaute Kunsthalle Rotterdam und das im Vorjahr fertig gestellte niederländische Architekturinstitut. Die drei Objekte liegen in einer Parklandschaft, die von Landschaftsgestaltern neu definiert wurde.

Museum Boymans

 

Das durch einen Erweiterungsbau großzügiger wirkende Museum Boymans en van Beuningen mit seinen Schätzen alter und zeitgenössischer Kunst sowie mit einer Entwicklungsgeschichte des Designs korrespondiert mit einer avantgardistischen Ausstellungsstätte (Architekt Rem Koolhaas) für Wechselpräsentationen.


Hier finden sich Werke alter Meister, (Rubens, Pieter Breugel d.Ä., Bosch, Rembrandt, Tizian) sowie Vertreter der Moderne - von den Impressionisten bis zur Gegenwartskunst (Alfred Sisley, Claude Monet, Edgar Degas,van Gogh, Kokoschka, Munch, Kandinsky, Magritte, Dali, Duchamp, Picasso, Claes Oldenburg, Andy Warhol, Bruce Nauman, Frank Stella, Joseph Beuys, Anselm Kiefer).

 

Kunsthalle Rotterdam:
Das von dem Rotterdamer Architekturbüro OMA (Rem Koolhaas/Fumi Hoshino) entworfene kompakte Gebäude verfügt über eine Ausstellungsfläche von insgesamt 3300 Quadratmetern, die auf drei Haupthallen, eine Design- und eine Fotogalerie verteilt sind. Das bedeutet, dass fünf bis sechs Ausstellungen gleichzeitig durchgeführt werden können. Die Gebäudeteile scheinen übereinander gestapelt zu sein. Verschiedene Gänge und Rampen durchqueren die Gebäudestruktur. Durch ihre Lage zwischen Museumspark und Westseedeich fungiert die Kunsthalle nicht nur als Ausstellungsgebäude, sondern auch als Bindeglied mittels einer Rampe, die die 6 Meter Höhendifferenz zwishen den beiden Teilen ausgleicht.
(Quelle: www.kunsthal.nl)

Fotos: Gert Jan van Rooij
(Fotograf Gert Jan van Rooij)

 

Ein Beispiel zukunftsweisender Architektur bietet auch das Niederländische Architekturinstitut in Rotterdam (Architekt Joe Coenen), das über einem Wasserbecken errichtet wurde. Es wird geleitet von der renommierten Direktorin Kristin Feiereiss.

Mit zwei Gelsenkirchener Kunstexperten hatte der Kunstverein für eine sachkundige Führung gesorgt. Der neue Gelsenkirchener Museumsdirektor Klaus Flemming referierte, basierend auf seinen Erfahrungen in Mönchengladbach, über zeitgenössische Kunst und Museumsplanung, wobei auch die gerade laufenden Ausstellungen zur Sprache kamen. Daneben konzentrierte sich Stadtgalerist Reinhard Hellrung, dem Nachbarland durch Familienbande besonders nahe, auf die Sammlungen des Museums Boymans. Aus dem eigenen Hause kam die Führung durch das Architekturinstitut mit seinen didaktischen und kommunikativen Einrichtungen. (AK)

 

 

 

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