Jutta Elsa Beckert
Nachruf von Anneliese Knorr
"Nachgelassene Werke" 2004
Menschen, denen sie ihre Aufmerksamkeit und Zuneigung schenkte, durften sich einer innigen Freundschaft ohne jede Berechnung erfreuen. Selbst eigene Tiefpunkte hinderten sie nicht daran, sich um das Wohlergehen ihrer Freunde zu kümmern. Schien dieses gestört, versuchte sie in langen Gesprächen und suggestiven Beschwörungen die Schatten zu vertreiben. Sie war eine Frau und Künstlerin mit vielschichtigen Charaktereigenschaften und mit einer Ausstrahlung von seltener Intensität. Verletzlich und unverwundbar zugleich, erlebte man sie als Auserwählte, die ihre Begabung als Berufung ansah. Sie zog das oft beschwerliche Leben mit der Kunst den Annehmlichkeiten eines gesicherten Daseins vor.
Diese Lebenseinstellung ließ sich auch an ihrem künstlerischen Werk ablesen. Ihre großformatigen Bilder spiegeln eine mystische Verkettung von Traum und Wirklichkeit sowie die Konfrontation von Ruhe und Gelassenheit mit eruptiven Aufbrüchen und Zerfallserscheinungen, die sich aus Farbpigmenten, Sand und Leimüberzügen ergeben. Ihre Bildobjekte zeugen von einem gesteigerten Sinn für Farbkombinationen.
Als Jutta Elsa Beckert am 5. 12. 1997 im Alter von 49 Jahren starb, trauerten viele ihrer künstlerischen Wegbegleiter um sie und nicht zuletzt jene, die ihr persönlich besonders nahe gestanden hatten. Ihre Toleranz, ihr Mitgefühl und ihre menschlichen Qualitäten bleiben unvergessen.
(Anneliese Knorr, 1998)