Ausbildung
1953 Ziseleurlehre
Kaufhaus-Dekorationsmaler
1972 Studium an der Kunstakademie Düsseldorf
Meisterschüler bei Prof. Sackenheim
Teilnahme/Mitgliedschaften
Mitbegründer der Künstlergruppe
"Mantelfabrik", Gelsenkirchen-Buer
(mit Heiko Richter)
Ausstellungen
u.a. in Bonn, Dortmund, Gelsenkirchen, Münster, Schloss Wolfburg
Nachruf

Ein tragisches Ereignis, das den Kunstverein auf besondere Weise
tangierte, wurde Anlass für eine umfangreiche Retrospektive des Gelsenkirchener
Künstlers Paul Sawitzki im Jahr 1986. Paul Sawitzki starb am
13. März
1985 während einer Gesprächsrunde des Kunstvereins im Museum an einem
Herzinfarkt. Kurz vorher war ihm eine Ausstellung im Kunstverein zugesagt worden.
Aus dem Versprechen einer Einzelausstellung im Kunstverein wurde schließlich
ein umfangreiches Präsentationsprogramm, unterstützt von einer Katalogdokumentation.
Die vereinten Bemühungen von Museum, Kunstverein, Werkstatt und dem ehemaligen
Freundeskreis um Heiko Richter, Peter Aust und anderen Mitstreitern in
der "Mantelfabrik" galten dem mit 45 Jahren verstorbenen Gelsenkirchener
Künstler Paul Sawitzki.
Die Eröffnungsrede im Museum hielt Bernard P. Woschek, der auch das Katalogvorwort
unter dem Titel "Paul Sawitzki: Kunstfigur, Schreiber, Zeichner, Maler,
Drucker, Objektmacher" hielt. In der Retrospektive wurde nur ein kleiner
Teil seines Werkes der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Eine ungeheure
Vielfalt an Gedanken, Gefühlen und Erkenntnissen ließ sich daraus
ablesen, die Sawitzki manchmal direkt und aggressiv, genauso oft aber auch poetisch
verschlüsselt äußerte. Vielleicht hätte er bei seiner ersten
Einzelausstellung im Museum alles anders gemacht.
Seine kleinformatigen Arbeiten widersetzen sich den üblichen Ausstellungsnormen.
Aber Paul Sawitzkis Freunde waren daran gewöhnt zu sehen, zu lesen und
sich mit einer Fülle unterschiedlicher Kunstäußerungen auseinander
zu setzen.
Paul Sawitzki wurde 1939 in Gelsenkirchen geboren. Während des Krieges
nach Oberbayern evakuiert, wurde er mit 14 Jahren Ziseleurlehrling in einer
Metallwarenfabrik. Später arbeitete er als Dekorationsmaler in einem Kaufhaus.
Erst mit 33 Jahren begann er ein Kunststudium an der Akademie in Düsseldorf.
Es folgten Beteiligungen an öffentlichen Ausstellungen. Er war Meisterschüler
bei Professor Sackenheim und Mitglied der Künstlergruppe "Mantelfabrik".
Paul Sawitzkis plötzlicher Tod wirkte wie ein dramatischer Schlusspunkt
in einem Künstlerdasein voller Zweifel, Rückschläge, Krankheiten,
mit wenigen Lichtblicken und Beweisen äußerer Anerkennung.
(Anneliese Knorr, 1998)